Ping Pong - Festwoche der Volxkultur

Vom 12.11.- 17.11. feiert die Theaterwerkstatt Bethel ihr 35jähriges Jubiläum und lädt zu Workshops, Aufführungen, Austausch und jede Menge Spiel ein.

Mo, 12.11- Sa, 17.11. 2018, Theaterwerkstatt Bethel

 

Anlässlich des 35jährigen Bestehens der Theaterwerkstatt Bethel und drei Jahren "Volxakademie für inklusive Kultur" laden wir ganz herzlich zur "Festwoche der Volxkultur" vom 12. bis 17. November 2018 ein! Wir möchten feiern mit einem sehr reichhaltigen Programm aus Workshops, einem Empfang, Theateraufführungen, Performances, einer Fachtagung einem Fest.

 

Programm im Überlick hier

Play!play!play! / Seminar zur Einführung in inklusive Theaterarbeit

Montag, 12.11. bis Mittwoch, 14.11., 9 bis 16 Uhr

 

„Play, play every day, play and play and play away, and then play the play you played to-day, the play you play every day, play it and play it.” Gertrude Stein

Spiel bildet den schöpferischen Motor des Volxtheaters. In der aktiven Vergegenwärtigung von Haltungen, Gesten und Handlungen entstehen aus dem Moment heraus Geschichten, die vom Leben erzählen. Ihnen im Wechselspiel mit Anderen nachzugehen, Szenen, Choreografien, Texte und Musik zu formen ergibt das eigene Theater.

Leitung: Matthias Gräßlin, Leiter der Theaterwerkstatt Bethel, Volxakademie

 

Anmeldung für Seminar unter www.theaterwerkstatt-bethel.de, per Fax: 0049 521/144 3042, per Telefon 0049 521 144 3040 oder Email an theaterwerkstatt@bethel.de

 

Das Seminar „Play! play! play!“ ist gebührenfrei.

Eröffnung der Festwoche der Volxkultur

Dienstag, 13.11., 14 bis 16 Uhr

 

35 Jahre Theaterwerkstatt Bethel, 3 Jahre Volxakademie, Bühnenjubiläen... mit Beiträgen von Prof. Dr. Ingmar Steinhart (Vorstand vBS Bethel), Heike Herold (Geschäftsführerin der LWL-Kulturstiftung), Brigitte Brand (Leiterin des Kulturamtes Bielefeld), sowie Mitwirkenden und Teilnehmenden des Volxtheaters und der Volxakademie für inklusive Kultur.

Volxkultur als Vision für eine inklusive Gesellschaft / Fachtagung

Donnerstag, 15.11. bis Samstag 17.11.2018

 

Im Rahmen des Entwicklungsprojektes Volxakademie als Zentrum für inklusive Kultur entstanden seit 2016 in sehr unterschiedlichen Kooperationen, Beratungsprozessen und Forschungsinitiativen vielfältige Instrumente und Modelle zur Unterstützung von Teilhabe und Diversität.

 

Bei dieser Fachtagung werden im Ping Pong zwischen Referent*innen und Teilnehmenden wesentliche Erkenntnisse,Erfahrungen, Potentiale und Visionen erläutert, erörtert und konkretisiert. Eingeladen sind alle, die sich fachlich oder persönlich für inklusive Kultur in der offenen Gesellschaft interessieren bzw. engagieren.

 

u.a. mit Beiträgen von Prof. Dr. Ingrid Hentschel (FH Bielefeld), Evelyn Krüger und weitere Referent*innen des Projektes Kulturöffner Bielefeld, Prof. Dr. Juliane Gerland (FH Bielefeld, Anja Hoffmann (LWL Industriemuseum Dortmund), Angela Quack (FHdD Bielefeld), Dr. Jörg Albrecht (Center for Literature Burg Hülshoff, Havixbeck), Pia Ringhoff (FH Bielefeld), Laura Kreutz (FH Bielefeld), Jonas Kramer (Uni Bielefeld), Dr. Alfred Schultz, Katrin Meyer, Mitja Brinkkötter, Matthias Gräßlin und Nicole Zielke von der Volxakademie

 

Detailliertes Programm hier

 

Anmeldung

per Anmeldeformular, per Fax: 0049 521/144 3042, per Telefon 0049 521 144 3040 oder Email an theaterwerkstatt@bethel.de

 

Kosten

Tagungsgebühr insgesamt: 70 Euro, ermäßigt 35 Euro

Tageskarte: 24 Euro, ermäßigt 12 Euro

(inkl. Verpflegung, Getränke und Abendveranstaltungen)

 

Sie können vor Ort bezahlen oder durch Überweisung der Tagungsgebühr auf das Konto der Stiftung Bethel Nr. 6453641 bei der Sparkasse Bielefeld (BLZ 48050161)

Stichwort: Ping Pong, Festwoche der Volxkultur

Abendveranstaltungen

Ein Jugendtheaterabend mit Ensembles aus Bielefeld und Palästina

Jugendvolxtheater trifft Inad aus Palästina. Am 15.11. von 19.30 bis 21 Uhr

 

Mittwoch, 14.11., 19.30 bis 21 Uhr

 

Das Jugendvolxtheater präsentiert Auszüge aus seinem aktuellen Stück „Ich will Leben - besonders anders“. Die Spieler*innen haben sich auf Spurensuche begeben und einiges über sich selbst entdeckt: wir sind mehr als unsere Bodymaße, unser Geschlecht, unsere Narben, unsere Fähigkeiten, unsere Träume. Regie Lotti Kluczewitz und Ganip Gündogdu

 

Das Inad Theater wurde 1989 von Khalid Massou in Beit Jala gegründet. Seitdem entstehen verschiedenste Stücke für Kinder und Erwachsene. The "Little Match Girl" erzählt von den Rechten der Kinder auf Erziehung/Bildung, auf Essen und Gesundheitsfürsorge, auf Sicherheit und darauf ihre Kindheit zu erleben und sich frei auszuleben. Das Stück will zugleich auf diese Rechte aufmerksam machen und die Bedeutung von Demokratie und Freiheit hervorheben. Regie Khalid Massou

 

Kosten 5 Euro

Offene Volxtheaterwerkstatt feat. Jürgen Heinrich (Künstlerhaus Lydda)

Offene Volxtheaterwerkstatt mit Jürgen Heinrich vom Künstlerhaus Lydda als Gast. Am 15.11. 18 Uhr

 

Donnerstag, 15.11., 18 bis 20 Uhr

 

In der Volxtheaterwerkstatt finden die Interessierten Gelegenheit, das eigene künstlerische Interesse durch das Spiel mit Tanz, Theater, Musik und weiteren Impulsen zu entdecken und zu entwickeln. Unterschiedliche Sichtweisen, Meinungen und Vorstellungen kommen zum Ausdruck und werden in Verhandlung gebracht. Die Volxtheaterwerkstatt ist prozessorientiert und ergebnisoffen. Vorerfahrungen sind nicht notwendig.

Moderation Matthias Gräßlin & Katrin Meyer (Volxakademie)

 

Teilnahme kostenlos

„Imagine!“ 10 Jahre Volxtheater & Volxperformance

Ein Abend voller Lieblingszenen aus den Stücken der letzten 10 Jahre. Am 16.11. von 19.30 bis 21 Uhr.

 

Fr. 16.11., 19.30 bis 21 Uhr

 

Vielleicht erinnern Sie/ihr euch noch an eine Lieblingsszene aus den vergangen Produktionen des Volxtheaters oder der Performance-Gruppen, die zum Schmunzeln, Weinen oder zur Empörung gebracht hat? Wir haben Spielende der letzten Dekade gefragt, welche Szenen bei ihnen Spuren hinterlassen haben und diese zu einem zarten, kraftvollen und schrägen Festabend verwoben.

 

Kosten 5 Euro

Volxfest mit Musik & Tanz

Am 17.11. ab 19.30 Uhr als Abschluss der Festwoche wird getanzt bis die Füße qualmen.

 

Sa., 17.11., ab 19.30 Uhr

 

Der letzte Abend steht unter dem Motto „Lass uns das Tanzbein schwingen“. Sänger*innen der letzten Produktionen präsentieren ihre Lieblingssongs, ehe DJ Ingo mit seinem Repertoire von Pop, Schlager, Oldies, Rock und Evergreens die Nacht zum Tage werden lässt...

 

Kosten 5 Euro

"Breit aus die Flügel beide..."

Nach kurzer Krankheit verstarb am 25.08. 2018 in Berlin die Theaterpädagogin und Autorin Else Natalie Warns im Alter von 88 Jahren. Sie war vielen eine liebevolle, aufmerksame, mutgebende und inspirierende Begleiterin.

Nach kurzer Krankheit verstarb am 25.08. 2018 in Berlin die Theaterpädagogin und Autorin Else Natalie Warns im Alter von 88 Jahren. Die Gründerin der Theaterwerkstatt Bethel und Mitgründerin der Bibliodrama-Bewegung in Deutschland war in vielfältiger Weise in Soest, Bielefeld, den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und zuletzt in Berlin tätig. Als gebürtige Diplomatentochter wuchs sie in Rom, Paris und Berlin auf. Else Natalie Warns studierte Kunstgeschichte, Theaterwissenschaften, Archäologie und Philosophie in Göttingen und Freiburg, ehe sie ihren Mann, Pastor Eberhard Warns heiratete.


Beruflich gehörte ihre Leidenschaft dem kreativen Erschließen dramatischer und biblischer Geschichten und aktueller politischer Themen. Wie zahlreiche andere Initiator*innen der Spiel- und Theaterbewegung bildete sie sich selbst in Methoden der Tanz-, Theater- und Maskenarbeit weiter und entwickelte in vielfältiger Praxis eigene Ansätze für Schul- und Kirchenraumtheater. Dabei stand sie in lebendigem Austausch mit anderen Vorreiter*innen wie Christoph Riemer, Katya Delakova oder Marcel Martin.


Durch ihre Arbeit in Kirchengemeinden und in der Aus- und Fortbildung von Religionslehrerinnen und –lehrern machte sie mit anderen die ersten Schritte hin zu einem umfassenden Konzept des Bibliodramas als ästhetische, hermeneutische, spirituelle und vor allem kreative Methode zur Aneignung und Verlebendigung biblischer Texte und Motive. Sie begründete mit anderen eine der ersten umfassenden Fortbildungskonzeptionen für Bibliodrama und war bundes- und europaweit gefragte Fortbildnerin und Workshopleiterin, unter anderem auf vielen Ev. Kirchentagen. Else Natalie Warns war Gründungsmitglied und bis zuletzt Ehrenvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Bibliodrama, Mitherausgeberin der Fachzeitschrift Text-Raum und Mitglied im Europäischen Bibliodrama-Netzwerk.

Als Else Natalie Warns Anfang der 80er Jahre aus Soest nach Bethel kam, begann sie schon bald mit neuer Theaterarbeit. Anlässe gab es auch hier genug: in Schulen, Gemeinden, mit der Vereinigten Evangelischen Mission, bei Jahresfesten und Gottesdiensten. Sie fing einfach an, begeisterte einige an einem Thema oder Anlass Interessierte, schilderte ihre Ideen und lud offen ein zum Proben, zum Bau von Masken oder der Herstellung von Kostümen. Im ehemaligen Betheler Fuhrgeschäft fand Else Natalie Warns 1983 einen geeigneten Raum zur Gründung der Theaterwerkstatt Bethel, die in diesem Jahr 35-jähriges Jubiläum feiert.


Inspiriert durch den kreativen Geist von Else Natalie Warns begegneten sich hier Menschen jenseits ihrer im Alltag festgelegten sozialen Rollen. Lehrer und Schüler, Arzt und Patient, Betreuer und Betreute agierten gemeinsam, motiviert durch das gemeinsame Vorhaben. Sie steckte viele mit ihrer kreativen Ader an, versammelte Spielbegeisterte, griff Ideen auf, um aus voller Kraft die immer größer werdenden Vorhaben auf die Bühne zu bringen. Durch Gastspiele in Gemeinden und auf Kirchentagen wurde die Theaterwerkstatt Bethel bundesweit bekannt. Von Anfang an pflegte Else Natalie Warns internationale Kontakte, arbeitete mit Künstler*innen aus Afrika, Asien und Südamerika zusammen. Neben den kirchlichen Themen beschäftigte sie ihr Engagement für Gerechtigkeit. Auch außerhalb der eigenen Projekte ließ sie vor allem jungen Talenten Raum und unterstützte sie in ihren künstlerischen und theaterpädagogischen Experimenten und Werdegängen. 


„Die Theaterwerkstatt Bethel ist ein Lebensort – da ist etwas, da kommt etwas und da wird etwas, immer wieder von Neuem,“ so Else Natalie Warns. 

Die fortschreitende Demenz ihres Ehemannes forderte Else Natalie Warns sehr. Sie war ihm bis zu seinem Tod 2007 eine treue und liebevolle Begleiterin und Pflegerin. Sie förderte bis zuletzt auch die besonderen künstlerischen Gaben ihres Mannes, der beeindruckende Bilder hinterließ. Sie begleitete zahllose Ausstellungen mit Bildern ihres Mannes, die beeindruckende Zeugnisse der besonderen Art der Kommunikation von Menschen mit Demenz waren. Zwei Kunstbände mit Bildern von Eberhard Warns und Kommentaren namhafter Expertinnen und Experten für demenzielle Erkrankungen wurden von ihr herausgegeben: „Ich will Freiheit beim Malen“ (2008) und „Mut u. Wut“ (2012).
In den letzten Jahren engagierte sich Natalie Warns in Berlin im christlich-jüdisch-muslimischen Trialog. 


„Früher durfte eine Pastorenfrau keinen Beruf haben“, sagte Natalie Warns einmal lachend angesichts ihres großen Lebenswerkes. Sie war vielen eine liebevolle, aufmerksame, mutgebende und inspirierende Begleiterin. 

Matthias Gräßlin und Wolfgang Roos-Pfeiffer